|
| |
Presse | |
|
|
Dahme Kurier 06.01.2006 |
KEGELN / MPSV 95 will sich am Wochenende der Abstiegssorgen entledigen
Rainer Rosenthal
Königs Wusterhausen
„Steffen Kuttig sah beim Training schon ganz gut aus", befand Mannschaftskapitän Olaf Stettnisch. „Als junger Spieler hat er aber erfahrungsgemäß noch Probleme, gute Trainingsergebnisse dann auch im Wettkampf umzusetzen."
Was die anderen Kegler vom Zweitbundesligisten MPSV 95 Königs Wusterhausen betraf, so haben sie sich bisher nicht so richtig mit den neuen Bedingungen auf der überholten Heimbahn am Stadion der Freundschaft anfreunden können. „Wir sind noch auf dem Level der vergangenen Wochen", bekannte Olaf Stettnisch, „und das bedeutet, dass die Zeichen eher auf Krise stehen."
Zum ersten Mal, seitdem sie 2001 den Aufstieg in die zweithöchste deutsche Spielklasse geschafft hatten, müssen sich
die Königs-Wusterhausener Bohlekegler Sorgen um den Klassenerhalt machen. Der einst als unerschütterlich geltende Heimnimbus, der weit in alte Post SV-Zeiten, also vor 1995, zurückreichte, ist dahin. Der 0:3-Heimklatsche vom 22. Oktober 2005 gegen die Berliner Spielgemeinschaft MPV / NKC 72 Berlin, die damals geradezu als Legendenfrevel empfunden wurde, folgten im weiteren Saisonverlauf noch zwei Heimniederlagen.
Nun herrscht zwar nicht gerade Alarmstufe Rot, doch der sechste Tabellenplatz ist alles andere als beruhigend. Schon wegen der vier Minuspunkte, die sich die Königs-Wusterhausener Mannschaft mit den Heimpleiten eingebrockt hat.
Warum aber diese Schwierigkeiten auf der vertrauten Bohle? Die Gründe dafür sieht Olaf Stettnisch weniger in veränderten Bahnbedingungen, als im neuen Modus, nach dem seit dieser Saison auch in der 2. Bundesliga gespielt wird. 120 statt bis 200 Kugeln - da muss man einfach schneller zur Sache kommen!
„Wir sind noch nicht in der Lage, gleich scharf zu spielen", so der Teamführer. „Während sich die Gäste ja immerhin eine halbe Stunde lang einspielen können, brauchen unsere Kandidaten erst Zeit, um den Rhythmus zu finden." Wenn man selber mit drei Sieben startet, der unmittelbare Konkurrent aber mit-zweimal Neun' und einmal Acht, heißt es ja erst einmal, den Rückstand wettzumachen. „Früher, bei 200 Wurf, konnten wir in heimischer Umgebung darauf vertrauen, dass dem Gegner irgendwann die Luft ausgehen würde. Bei 120 Holz ist darauf kein Verlass mehr."
Zudem wurde die Leistungsdichte in der 2. Bundesliga größer. Nach der Devise „wenn schon nur noch 120 Holz, dann aber richtig" gab es weitere Zusammenschlüsse. Spielgemeinschaften oder Vereine, die sich verstärken konnten, lassen die Kugeln besonders kräftig rollen. „Außerdem macht sich bemerkbar, wenn der Kopf nicht frei ist. Dann kommt die mögliche Leistung nicht", schätzt Olaf Stettnisch ein. Und seine Mannschaftskameraden haben den Kopf zurzeit mit Beruf oder Studium voll genug. „Und mit Gewalt ist keine Kuh zu melken und auch keine Neun zu spielen."
Trotz der Probleme sind die Königs-Wusterhausener Bohlespezialisten optimistisch, gegen Empor Brandenburger Tor zu punkten. Gespielt wird am Sonnabend in Berlin an der Samariterstraße und am Sonntag ab 10 Uhr in Königs Wusterhausen. Olaf Stettnisch ist sich sicher: „Sind wir an diesem Wochenende erfolgreich, dann klappt es auch mit dem Klassenerhalt.