Presse

Dahme Kurier 05.04.2006

Saison der neuen Erfahrungen

KEGELN / MPSV auf dem siebenten Platz

Olaf Stettnisch

Hennigsdorf
Der siebente Platz in der Abschlusstabelle, viele neue Erfahrungen in Form von Heimniederlagen und Auswärtssiegen, die in diesen Dimensionen bisher unbekannt waren, und personelle Engpässe, die überstanden sein wollten, gehören für die Bohlekegler des MPSV 95 Königs Wusterhausen zum Fazit der Zweitbundesliga-Saison 2005/2006.
Der letzte Spieltag bescherte auf der Hennigsdorfer Bahn zwei 0:3-Niederlagen gegen die Berliner Spielgemeinschaft VKC/Germania/FE 27 Spandau und gegen Motor Hennigsdorf. Chancen hatten sich die MPSV-Kegler eigentlich nicht ausgerechnet. Doch immerhin bestritten sie ja auswärts ihre bisher erfolgreichste Saison. War da nicht vielleicht doch eine Überraschung möglich?
Vielleicht, wenn nicht mit Steffen Kuttig, der in der kommenden Serie für Motor Hennigsdorf starten wird, der dritte Ausfall zu beklagen gewesen wäre. Volker Krüger und Olaf Stettnisch fehlten ohnehin schon, und Mitte der Woche kam per SMS Kuttigs Krankmeldung. „Zum Haare ausraufen", stöhnte Mannschaftskapitän Stettnisch, „aber die zwei Tage überstehen wir auch noch."
Gegen die Spandauer, die noch Aufstiegshoffnungen hegten, sahen die MPSV-Kegler kaum einen Stich. Einzig René Hammermeister konnte mithalten, seine 914 Holz im ersten Block beeindruckten auch die Rivalen. Doch die Spandauer warfen mit 922 und 908 Holz gleich zwei klasse Ergebnisse in die Waagschale, während Rainer Kühn als zweiter MPSV-Anschieber mit 874 Holz chancenlos blieb.
Auch der zweite Ersatzmann, Sascha Beyse, quälte sich. Trainingsrückstand war nicht zu verkennen, 863 Holz bedeuteten ein eher mageres Ergebnis. Mathias Bohn konnte ebenfalls nicht verleugnen, dass einige Trainingseinheiten fehlten. 879 Holz brachten sein Team nicht vorwärts. Mit 928 und 887 Holz hatten die Berliner den Vorsprung ausgebaut und die Weichen auf Sieg gestellt. Die MPSV Schlussachse mit Frank Schneider (887) und Marco Lerche (889) blieb chancenlos, wogegen die Spandauer mit 899 und 915 Holz den Sack zumachten. In Zahlen ausgedrückt verlor MPSV 95 mit 1:5 die Einzelwertung, mit 5306:5459 Holz die Teamwertung und das Spiel 0:3.
Am Sonntag gegen Motor Hennigsdorf kam Uwe Johannsen für Rainer Kühn zum Einsatz, immer unter dem Aspekt, dass sich kein Ersatzmann festspielt und der zweiten Mannschaft in der Aufstiegsrunde zur Landesliga fehlt. Schneider begann an der Seite von Hammermeister. Beide kontrollierten ihre Konkurrenten auf allen Bahnen. Als Schneider aber bei den letzten Kugeln Schwächen zeigte, zog sein Gegner noch um fünf Holz vorbei. Dennoch waren Schneiders 900 Holz eine Hausnummer, während die 923 Holz von Hammermeister unerreichbar blieben.
MPSV 95 führte. Hätten nun Bohn und Lerche Ergebnisse im Bereich von Schneider erreicht, wäre die Sensation perfekt gewesen. Aber weder Bohn (891) noch Lerche (885) kam am ehemaligen MPSV-Kegler Sven Kuttig vorbei, der mit 897 Holz klar vor ihnen lag. Der zweite Hennigsdorfer spielte ebenfalls 900 Holz. So blieb es spannend. Noch bestand ja die Möglichkeit, dass einer der beiden Gästespieler auf + 61 kommen würde. Dann hätte es in der Einzelwertung ein Unentschieden und für die Königs Wusterhausener Mannschaft einen Punkt gegeben.
Diese Aufgabe sollten ausgerechnet die Ersatzspieler Johannsen und Beyse lösen. Beyse war frühzeitig aus dem Rennen, doch Johannsen näherte sich Kugel um Kugel der magische Grenze von + 60. Und bei + 58 wurde es merklich ruhiger bei den Hennigsdorfer Fans, während sich die Gäste klammheimlich die Hände rieben. Doch ein Fünfer und ein Sechser kurz vor Schluss begruben die Hoffnungen. Vier Holz mehr, dann hätte es gereicht. So blieb es bei 2:4, 0:3 und 5366:5416.

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