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Dahme Kurier 17.03.2006 |
KEGELN / Steffen Kuttig wechselt nach der Saison zu Motor Hennigsdorf
Rainer Rosenthal
Ein bisschen Wehmut dürfte an diesem Wochenende auf der Königs-Wusterhausener Kegelbahn schon zu spüren sein. Nicht dass die MPSV Spieler, die am Sonnabend auf KSG Berlin und am Sonntag auf Semper Berlin treffen, traurig sein müssten, dass die Saison in der 2. Bundesliga fast schon wieder zu Ende ist. Doch anders als die langjährigen Vereinskameraden, die es auch im nächsten Jahr auf ihrer Anlage mächtig krachen lassen dürften, bestreitet Steffen Kuttig seine letzten beiden Heimspiele an vertrauter Wirkungsstätte. Den 22-Jährigen, der 1992 beim damaligen Post SV erstmals eine Kegelkugel in die Hand genommen hatte, verschlägt es aus beruflichen Gründen in den Norden Berlins, und wird zukünftig für die Konkurrenz von Motor Hennigsdorf starten.
Zum Kegeln kam Steffen Kuttig nach einem Abstecher zum Fußball, wobei er als kleiner Mittelfeld-Wirbel durchaus zu gewissen Hoffnungen Anlass gegeben hatte. Seinen Bruder Sven jedoch zog es zu dieser Zeit schon auf die Kegelbahn, und als der Verein auch noch in der Schule Werbung machte, war das Interesse geweckt.
„Ich habe dann auch schnell gemerkt, dass ich beim Kegeln wohl besser bin als beim Fußball", erinnert sich Steffen Kuttig schmunzelnd. „Außerdem hatte ich hier auch viele Freunde, und es hat einfach Spaß gemacht."
So blieb Steffen Kuttig bei den Bohlekeglern, durchlief die einzelnen Altersstufen und gewann bald auch die ersten Medaillen. „Beim Training hat er immer großen Ehrgeiz bewiesen, gehörte zu den Kandidaten, die lieber einmal mehr als einmal zu wenig trainieren wollten", erinnert sich Olaf Stettnisch, der schon damals Kapitän der ersten Männer-Mannschaft war.
„Ich hab' schnell gemerkt, dass Kegeln sehr hohe sportliche Anforderungen stellt", so der Gelobte zum Thema Trainingsfleiß. „Ohne Kondition geht in dieser Sportart nicht viel. Das macht neben dem Kontakt, den man im Verein und im Wettkampf zu vielen Menschen bekommt, auch den Reiz unserer Sportart aus."
Wie bei jungen Sportlern nicht anders möglich, zeigte Steffen Kuttig im Wettkampf auch immer mal wieder Nerven, so dass im Jugendalter
längst nicht alle Hoffnungen in Erfüllung gingen. Nichtsdestotrotz mauserte er sich zu einem der erfolgreichsten Königs Wusterhausener Nachwuchskegler. Als Jugendspieler gewann Kuttig u.a. mit der brandenburgischen Bohle-Mannschaft die deutsche Meisterschaft. Im Dreibahnen-Kegeln wurde der MPSV-Sportler in der Einzelentscheidung Dritter. Auch als Junior brachte es Kuttig bis in die Landesauswahl, wurde u.a. Vize-Landesmeister mit der Mannschaft in den Disziplinen Bohle und Dreibahn.
Vor drei Jahren gab der Nachwuchsspieler seinen Einstand in der 2. Bundesliga, wobei sich MPSV 95 damals gegen die Gäste aus Wismar in der Einzelwertung mit einem 3:3-Unentschieden begnügen mussten. In dieser Saison gehört er nun zum Stammaufgebot, schaute nur zweimal aufgrund des Königs-Wusterhausener Rotationsprinzips zu.
Mit der Veränderung, dass ab Spieljahr 2005/2006 pro Spieler nur noch 120 statt 200 Wurf in die Wertung kommen, hat sich der junge Kegler schnell anfreunden können. „Das bringt durchaus auch Vorteile, man muss sich nicht mehr ganz so lange konzentrieren. Außerdem galt es ja für alle Spieler, sich auf die Veränderungen einzustellen."
Kuttigs Saisonziel, einen sicheren Mittelfeldplatz, hat die Königs-Wusterhausener Mannschaft fast schon sicher. Wenn es an den verbleibenden zwei Wochenenden gelingt, die fünfte Position zu behaupten, wäre das ein respektabler Erfolg. Was hat sich der zukünftige Hennigsdorfer für seine weitere Laufbahn noch vorgenommen? Vielleicht auch eine Medaille bei deutschen Meisterschaften der Männer? „Warum nicht", zeigt sich Steffen Kuttig optimistisch. „So groß ist der Unterschied zwischen Junioren und Männern ja nicht."
Auch Olaf Stettnisch erwartet, von seinem langjährigen Vereinskameraden zukünftig noch einiges zu hören. „Er ist ja ein Kegel-Verrückter
im besten Sinne des Wortes und hat mittlerweile in der 2. Bundesliga Erfahrungen gesammelt." Dabei ist der Königs-Wusterhausener
Vereinskapitän verständlicherweise traurig, den jungen Spieler, der sich bereits im Zweitliga-Aufgebot etablieren konnte, nun an die Hennigsdorfer Konkurrenz zu verlieren. „Wir verstehen natürlich, dass sich Steffen einen Verein in der Nähe seines neuen Wohnortes sucht. Ich befürchte nur: Als Hennigsdorfer Spieler wird er uns zukünftig das Leben ganz schön schwer machen.