Presse

Dahme Kurier 30.10.2007

Licht und Schatten auf der Heimbahn

KEGELN / MPSV 95 Königs Wusterhausen gewinnt beide Heimspiele, gibt gegen Aufsteiger KSC Ilsenburg aber einen Punkt ab

Olaf Stettnisch

Königs Wusterhausen
Zwei Heimsiege, doch ein verlorener Punkt. Die Bohlekegler des MPSV 95 Königs Wusterhausen gewannen am Sonnabend in der 2. Bundesliga Südost gegen KSC Ilsenburg mit 5437:5388, 3:3, 2:1 und am Sonntag gegen die Berliner Spielgemeinschaft Condor 67/SSVK mit 5441:5366, 4:2, 3:0. Damit liegt die Königs-Wusterhausener Mannschaft zunächst auf dem fünften Tabellenplatz, ist dabei aber mit zwei Minuspunkten belastet.
Woran lag es? Formschwäche, mangelndes Glück, oder wurde der Aufsteiger aus Ilsenburg unterschätzt? Es dürfte von jedem etwas gewesen sein. Hinzu kam ein taktischer Fehler im Schlussblock, so dass sich die Gastgeber mit einem 2:1-Sieg begnügen mussten.
Volker Krüger und René Hammermeister, die wie gewohnt begannen, boten ihren beiden Kontrahenten Paroli. Aber nur Krüger verschaffte sich mit 917 Holz ein wenig Luft vor den Ilsenburgern. Hammermeister lag immer gleichauf. Kurz vor Schluss war klar, dass er nur einen Gegner würde halten können. Vor der letzten Kugel waren beide mit + 62 gleichauf. Eine Acht hätte den Lokalfavoriten in die Punktwertung gebracht. Es gelang aber nur ein Sechserwurf und ein Endresultat von 901 Holz. Damit blieb er um ein Holz zurück, was sich, da die Gäste mit Ergebnissen von 909 und 902 Holz aufwarteten, noch rächen sollte.
Im Königs-Wusterhausener Mittelblock folgten Mathias Bohn, der im Training stabil gute Leistungen geboten hatte und als sichere Bank galt, sowie Frank Schneider, der dagegen Trainingsrückstand hatte. Aber gerade er legte mit traumhaften Serien los, beeindruckte Freund und Feind mit starken 920 Holz, die an diesem Tage Bestwert waren. Bohn aber fand keinen Rhythmus. Dagegen nutzte der Ilsenburger Rummelhagen konsequent seine Chancen und erreichte mit 916 Holz Bestwert der Gäste. Bohn kam nur auf 897 Holz und damit nicht in die Einzelwertung.
Nun hing für die Gastgeber alles von der Schlussachse ab, wobei Olaf Stettnisch und Marco Lerche jeweils mindestens 903 Holz hätten spielen müssen, um einen 3:0-Erfolg perfekt zu machen. Stettnisch konnte dieses Ziel mit 908 Holz erreichen, aber Lerche erwischte einen rabenschwarzen Tag. Das Zwischenresultat von + 14 nach der ersten Bahn ließ noch minimale Hoffnung, die sich aber schon auf der zweiten Bahn bei mehreren Fünfern zerschlug. MPSV 95 war sogar am Rande einer Niederlage. Thomas Siegmund, der für Lerche eingewechselt wurde, fand glücklicherweise sofort ins Spiel und rettete mit 894 Holz den Sieg. Wäre die Auswechslung früher erfolgt, hätte es vielleicht noch zum glatten 3:0 reichen können, denn Siegmund trennten nur neun Holz von einem Platz in der Einzelwertung. Immerhin kamen die Gastgeber auch so noch mit einem blauen Auge davon.
Am Sonntag stellte sich mit einer Spielgemeinschaft aus Spandau und Berlin, Condor 67/SVVK/VKS, ein weiterer Aufsteiger vor. Einerseits Sieger der Aufstiegsrunde, andererseits aber schon fast wieder der erste Absteiger, ließen sich die Gäste nur schwer einschätzen.
Hammermeister wollte sich nicht noch einmal die Butter vom Brot nehmen lassen und wartete gelassen auf seinen bedächtig kegelnden Gegner, der immerhin 903 Holz spielte. Dann schlug Hammermeister zu und hatte nun auch das Glück, das ihm am Vortag verwehrt blieb. Seine letzte Kugel war ein glatter Neuner, brachte die Zuschauer zum Toben und bedeutete ein Ergebnis von 906 Holz. Krüger spielte 913 Holz und bewies seine konstant gute Form.
Damit standen die Vorzeichen wesentlich günstiger als am Sonnabend. Das war in der Mittelachse besonders Bohn anzumerken. Er spielte konzentrierter, damit gleichmäßiger und brachte es auf 915 Holz. Stettnisch konnte dieses Ergebnis noch toppen und verließ die Bahn mit Tagesbestwert von 921 Holz.
Die Gäste hatten nicht viel entgegenzusetzen, gaben sich mehr und mehr auf. Ein Punkt war für sie nicht mehr möglich, allerdings noch eine Korrektur in der Einzelwertung. Schneider gelang es nämlich nicht, an seine gute Leistung vom Vortag anzuknüpfen. Mit 899 Holz konnte er nicht punkten. Lerche wusste bei 887 Holz erneut nicht zu überzeugen.
Besorgniserregend ist der erneute Punktverlust vom Wochenende noch nicht. Mit Condor und Gut Holz Rostock stecken zwei Teams schon weit unten im Keller. Dennoch stünde dem MPSV 95 auch mal ein Auswärtserfolg gut zu Gesicht. Dadurch würde das Selbstvertrauen gestärkt, was wiederum nötig ist, um einen Heimnimbus aufzubauen. Chancen bieten sich nun genug, denn es folgen vier Auswärtsspiele.

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