Presse

Dahme Kurier 15.01.2008

Keine Ehrfurcht vor den Favoriten

KEGELN / MPSV 95 gewinnt beide Heimspiele mit 3:0 /Auch die letzten Abstiegssorgen sind vom Tisch

Olaf Stettnisch und Rainer Rosenthal

Königs Wusterhausen
Die Devise vor dem Heimspiel-Wochenende lautete erst einmal: Nicht in Ehrfurcht erstarren! Immerhin stellten sich ja mit MPV/NKC 72 Berlin der Spitzenreiter und mit Union Oberschöneweide der bisherige Tabellenvierte auf der Königs-Wusterhausener Bahn vor.
Dabei mussten die Gastgeber auf Frank Schneider verzichten, der aus gesundheitlichen Gründen auch für den Rest der Saison nicht mehr zur Verfügung stehen kann. Für ihn kam Sven Heise an beiden Tagen zum Einsatz. Damit hat er, um weiterhin in der Landesliga spielen zu können, sein Limit auch ausgeschöpft. Jeder Kandidat darf nur zweimal höherklassig mitwirken. Beim dritten Mal. wäre er „festgespielt". Da MPSV II noch in der Meisterrunde der Landesliga mitspielt, ist Heises Einsatz dort ebenso wichtig wie im Bundesliga-Team.
Mit Sven Heise kam durchaus kein heuriger Hase ins Aufgebot. Der inzwischen 4l-Jährige hatte einst seinen Beitrag zum Aufstieg in die zweite Liga geleistet, und kegelt ja auch in der Landesliga weiterhin auf hohem Niveau. Von Ehrfurcht vor dem Aufstiegsfavoriten MPV/NKC 72 war dann auch nichts zu spüren, an sportlichem Respekt allerdings fehlte es bei den Gastgebern keineswegs.
Volker Krüger und Rene Hammermeister, die wie gewohnt für die Königs-Wusterhausener Marinschaft begannen, ließen keine Spur von Nervosität erkennen und hielten ihre Gegenspieler immer auf Distanz. Krüger zeigte sich mit seinen 915 Holz sehr zufrieden, zumal er damit auch noch um vier Holz besser war als sein Vereinskamerad Hammermeister. Da beide Berliner mit 891 bzw. 900 Holz schlechter abschnitten, führten die Gastgeber nach dem ersten Durchgang in der Gesamtholz- und in der Einzelwertung schon recht klar.
Dann kam der Auftritt des Sven Heise. Völlig unbeeindruckt gelang ihm auf der ersten Bahn mit +28 Holz ein Traumstart. Und der Ersatzmann legte nach, spielte kontinuierlich weiter und beendete sein Pensum mit dem Tages-Bestwert von 916 Holz. Marco Lerche hingegen konnte seinen Heimkomplex immer noch nicht ablegen und spielte mit 894 Holz ein Ergebnis, das nicht für die Einzelwertung reichte.
Doch dank Heise bauten die Gastgeber ihre Position aus und hatten nach dem zweiten Durchgang bereits drei sichere Kandidaten für die Einzelwertung. Aus der Schlussachse musste nur noch ein Königs-Wusterhausener Kegler unter die besten Sechs kommen, und der 3:0-Erfolg wäre perfekt.
Diese Aufgabe übernahm Olaf Stettnisch. Zwar konnte sich Benjamin Rudolph im Schlussspurt mit 914 Holz noch vorbeischieben, doch Stettnischs 912 Holz reichten sicher für die Einzelwertung. Bei Mathias Bohn wechselten allzu häufig Licht und Schatten, so dass er mit 892 Holz unter seinen Möglichkeiten blieb. Was aber nichts daran änderte, dass seine Mannschaft mit 5440:5373, 4:2 und 3:0 zu einem sicheren Heimerfolg kam.
Union Oberschöneweide, am Sonntag dann der zweite Wochenend-Gast, schien aufgrund der Tabellensituation doch nicht so stark wie der zuvor bezwungene Spitzenreiter. Doch diese Konstellation machte den MPSV-Keglern das Leben eher schwerer. Die 920 Holz vom Berliner Matches konnten weder Krüger (909) noch Hammermeister (917) überbieten. Demzufolge war ein Zähler für die Einzelwertung schon im ersten Block verspielt.
Zum Glück für die Gastgeber erwies sich die Mittelachse der Köpenicker doch als beträchtlich schwächer, so dass Heise und Lerche nicht in Gefahr gerieten. Heise gelang es allerdings nicht, sein Topergebnis vom Vortag zu wiederholen. Er kam diesmal nur auf etwas enttäuschende 896 Holz. Dafür steigerte sich Lerche auf 905 Holz, die dann auch für die Einzelwertung reichen sollten.
Im Schlussblock sicherte Stettnisch mit 913 Holz den vierten Platz in der Einzelwertung, womit der zweite 3:0-Heimsieg des Wochenendes perfekt war. Dagegen quälte sich Bohn miihevoll auf 898 Holz. Als zweiter Berliner kam Kowal, der 912 Holz spielte, unter die besten Sechs.
Mit dieser erfolgreichen Wochenend-Bilanz hat sich MPSV 95 Königs Wusterhausen in der 2. Bundesliga Südost endgültig aller Abstiegssorgen entledigt und hält sogar Anschluss zur Spitzengruppe.

>>>zurück<<<