Presse

Dahme Kurier 03.02.2009

Eine Hoffnung weniger

KEGELN / MPSV 95 Königs Wusterhausen gewinnt auf der Heimbahn 3:0, hat auswärts aber 0:3 das Nachsehen

Olaf Stettnisch

Königs Wusterhausen/Seddin
Die Königs-Wusterhausener Bohle-kegler gewannen am Sonnabend zwar das Heimspiel gegen Lok Seddin mit 5317:5242, 5:1 und 3:0, doch die erhoffte Aufholjagd, mit der der Klassenerhalt in der 2. Bundesliga Südost vielleicht noch zu retten wäre, wurde trotzdem nicht eingeläutet. Zum erhofften Punktgewinn sollte es am folgenden Tag auf der Seddiner Bahn nicht reichen. Da zogen die Gäste 5240:5312, 2:4 und 0:3 den Kürzeren, so dass sich ihre prekäre Situation keinen Deut verbesserte.
An guten Vorsätzen hatte es nicht gemangelt. Schließlich sollten auch die Heimscharten gegen SG Berlin 07 und Neubrandenburger KV ausgewetzt werden. Doch schon im Vorfeld kam die Hiobsbotschaft: Stammspieler Frank Schneider muss aus gesundheitlichen Gründen passen.
Kurzfristig sprang Sven Heise ein und stand im Heimspiel gleich neben Volker Krüger im Startblock. Beide Lokalmatadore sahen sich einem stark aufspielenden Gast gegenüber. Der Seddiner Rosga zauberte mit 896 Holz ein Superergebnis auf die Bahnen. Sein Mitspieler Unruh gab sich mit 861 Holz zufrieden. Heise und Krüger spielten gleichmäßig stark. 887 und 884 Holz brachten den Gastgebern auch die Führung.
Im Mittelblock musste sich zeigen, wie Mathias Bohn und Matthias Wüstenhagen ihre Trainingsdefizite verkraften konnten. Bohn blieb unter den Möglichkeiten, 869 Holz bedeuteten die Mannschaftslaterne. Wüstenhagen hingegen fand eine bessere Spur und reihte sich mit 882 Holz bei seinen Teamgefährten aus dem Startblock ein. Die Seddiner Kukla und Freyhoff kamen auf 881 bzw. 857 Holz. Dadurch konnte MPSV 95 die Führung ausbauen.
Wie in ?alten Zeiten" bildeten Marco Lerche und Olaf Stettnisch die Königs-Wusterhausener Schlussachse. Und beide boten den Zuschauern dann auch beste Unterhaltung. Längere Zeit konnte der Seddiner Wagner noch mithalten. Doch ging bei ihm dann die zweite Hälfte auf der letzten Bahn völlig daneben, so dass er sich mit 879 Holz begnügen musste. Sein Partner Friedrich blieb mit 868 Holz ohnehin eher unscheinbar.
Der frisch gebackene Papa Marco Lerche spielte mit 898 Tagesbestwert. Dank eines starken Schlussspurtes und dreimal Neun konnte sich Stettnisch mit 897 Holz knapp dahinter positionieren. Damit gewann der MPSV 95 neben dem Spiel, das er mit 5317:5242 für sich entschied, auch die Einzelwertung mit 5:1 und holte somit alle drei Wertungspunkte.
Dieser psychologische Vorteil sollte Mut machen, am Sonntag in Seddin aggressiv auf Punktgewinn zu spielen. Doch auf der kühlen Kellerbahn taten sich die Gäste schwer. Gleich im Startblock hatten Krüger (872) und der für Schneider einspringende Rainer Kühn (866) gegen Rosga (896) und Unruh (893) klar das Nachsehen. Im Gefühl des sicheren Sieges schalteten die Hausherren sogar einen Gang zurück. Kukla spielte 876 Holz, sein Partner Friedrich immerhin noch 881 Holz, die dann auch Zielschwelle für den MPSV 95 werden sollten.
Wüstenhagen konnte 888 Holz dagegen setzen und überbot damit Kukla und Friedrich. Für Bohn hingegen gab es nur 862 Holz.
Für den am Vortag so euphorisch aufspielenden Königs-Wusterhausener Schlussblock mit Lerche und Stettnisch blieb die Aufgabe, mindestens 882 Holz zu erreichen. Doch beide scheiterten, Lerche mit 879 Holz knapp, Stettnisch mit 873 Holz schon deutlicher. Damit verlor MPSV 95 fast in der Größenordnung, in der am Vortag gewonnen worden war, 5240:5312 in der Gesamtwertung sowie 2:4 und 0:3.
Bei den noch verbleibenden acht Spielen sind die Chancen auf den Klassenerhalt eher theoretisch.

Zweite Mannschaft rückt immer mehr in den Blickpunkt

Falls MPSV 95 Königs Wusterhausen den Abstieg aus der 2. Bundesliga nicht vermeiden kann, besteht noch die Hoffnung, dass sich MPSV 95 II über Landesliga und Aufstiegsturnier für die 2. Liga qualifiziert.
Die zweite Königs-Wusterhausener Mannschaft belegt in der Landesliga-Meisterrunde nach zwei von vier Turnieren den zweiten Platz hinter SpG. Eberswalde. Alle vier Kandidaten liegen allerdings so dicht beieinander, dass jeder von ihnen noch Landesmeister werden könnte und damit für die Aufstiegsrunde qualifiziert wäre. Vom SVL Seedorf II, zurzeit punktgleich mit MPSV 95 II, war in diesem Zusammenhang aber schon zu hören, dass man auf die Aufstiegschance verzichten würde. Eine gewisse Vorentscheidung könnte am kommenden Sonnabend beim Turnier in Luckenwalde fallen. Abschluss in der Meisterrunde ist dann am 21. Februar auf der Bahn in Seedorf.
Ein Spieleraustausch zwischen erster und zweiter MPSV-Mannschaft kommt nicht mehr in Betracht. Dafür ist die Frist bereits überschritten. Sollte aber tatsächlich der Fall eintreten, dass die erste Königs-Wusterhausener Mannschaft ab-und das zweite Team aufsteigt, dürften die bisherigen Kandidaten auch weiterhin in der 2. Bundesliga spielen. Die Kegler von MPSV 95 II haben schon erklärt, dass die höhere Klasse für sie nicht in Betracht kommt.

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