Presse

Dahme Kurier 17.02.2009

Ein Punkt gegen den Tabellenführer

KEGELN / MPSV 95 sorgt für neue Rechnereien

Olaf Stettnisch

Hennigsdorf
Findet sich doch noch ein rettender Strohhalm? Die Bohlekegler vom MPSV 95 Königs Wusterhausen, die in der 2. Bundesliga Ost schon aussichtslos abgeschlagen schienen, sorgten am Sonnabend auf der Hennigsdorfer Bahn für eine solide Überraschung. Ausgerechnet gegen Tabellenführer VKC Germania/FE 27 Spandau konnten sie einen Punkt holen. Was die Gesamt-Holzzahl betraf, hatte MPSV 95 zwar 5321:5377 das Nachsehen, brachte aber in der Einzelwertung drei Spieler unter die besten Sechs und unterlag somit nur 1:2.
Am Sonntag wurde zwar gegen Gastgeber Motor Hennigsdorf 5266:5406, 1:5 und 0:3 verloren, doch schon der Punktgewinn gegen die Spandauer Konkurrenz führte in der Ost-Staffel zu vielen Rechnereien. Ganz ausgeschlossen ist es jedenfalls nicht, dass die MPSV-Kegler dem Abstiegsgespenst doch noch ein Schnippchen schlagen.
Die Hennigsdorfer Anlage beheimatet mit den Lokalmatadoren und VKC Germania/ FE 27 Spandau gleich zwei Zweitliga-Mannschaften. Gegen beide Teams blieben die Königs-Wusterhausener Kegler bis dato immer chancenlos. Auch diesmal schien die Situation aussichtslos, zumal neben Frank Schneider, der schon am vorangegangenen Punktspiel-Wochenende ersetzt werden musste, auch noch Volker Krüger wegen einer Zerrung ausfiel.
Der Tabellenführer aus Spandau begann mit seinem üblichen Startblock, wobei Meyer und Frei dafür bekannt sind, ihre Gegner sofort unter Druck zu setzen. Diesem Druck wollten Thomas Siegmund und Matthias Wüstenhagen standhalten, was zumindest Wüstenhagen auch beeindruckend gelang. Er spielte sehr konzentriert und verpasste mit 899 Holz ganz knapp die 900-Holz-Marke. Nur Frei war mit 903 Holz besser. Meyer hingegen kam lediglich auf 891 Holz. Siegmund allerdings hatte keinen Einfluss auf das Spiel, erreichte 873 Holz.
In der Mittelachse, in der häufig die Vorentscheidung fällt, konnte sich Mathias Bohn mit 892 Holz an Meyer vorbeimogeln und dessen Teamgefährten Manthei (889) auf Distanz halten. Rainer Kühn machte es sogar noch besser, seine 900 bedeuteten Teambestwert und den bis dahin dritten Zähler in der Einzelwertung. Dagegen kam bei den Gastgebern zu diesem Zeitpunkt neben Frei nur noch Schäpe (908) für die Einzelwertung in Betracht.
Dennoch führte der Tabellenerste, sein Schlussblock aber stand unter Druck. Beide Spandauer mussten mindestens 893 Holz spielen, um die Einzelwertung zu gewinnen und den Zusatzpunkt zu behalten. Mohr hatte damit auch kein Problem und kam auf 897 Holz. Doch Erdmann hielt dem Druck nicht stand und schaffte nur 889 Holz. Somit ging die Einzelwertung unentschieden aus, die Ergebnisse von Olaf Stettnisch (884) und Marco Lerche (873) hatten darauf keinen Einfluss mehr.
Dieses Unentschieden verhalf dem MPSV zum Zusatzpunkt, während sich die Spandauer, die ja um die Meisterschaft kämpfen, über diesen Punktverlust mächtig ärgerten, auch wenn sie 5377:5321 und 2:1 gewannen.
Hätten die Königs-Wusterhausener Kegler auch am Sonntag gegen die Hausherren von Motor Hennigsdorf einen Punkt geholt, hätte das den Anschluss an die ebenfalls abstiegsgefährdeten Teams aus Wismar und Adlershof bedeutet. Doch die Hennigsdorfer waren weit davon entfernt, Geschenke zu verteilen.
Udo Sandow schockte die Gäste gleich mit 921 Holz. Sein Teamkollege Dombrowsky brachte es auf 905 Holz. Dagegen lief Thomas Siegmund mit 867 Holz erneut Freund und Feind hinterher. Wüstenhagen blieb mit 885 Holz etwas unter den Möglichkeiten. Im Mittelblock kamen die Hennigsdorfer Pascal Apitz und Leuschner beide auf 904 Holz, die Gästespieler Bohn und Marco Stettnisch jeweils auf 882 Holz.
Damit stand der Hennigsdorfer Sieg fest. Doch würde es ein 0:6-Debakel für MPSV 95 geben, oder konnten Lerche und Olaf Stettnisch ein wenig Kosmetik betreiben? Lerche fand überhaupt nicht ins Spiel und erhielt mit 859 sogar die rote Laterne, während Stettnisch mit 891 Holz den einzigen Punkt zum 1:5 ergatterte. Somit verloren die Gäste 5266:5406 und 0:3.

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